Haftbefehl vollstreckt: Verdacht der Beitragsvorenthaltung von rd. 1/2 Mio Euro

Bei einer Routinekontrolle nahmen Rosenheimer Zöllner einen 59-Jährigen fest, der wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt in Höhe von rund einer halben Million Euro per Haftbefehl gesucht wurde.

Bei einer Routinekontrolle des Zolls auf der Autobahn 9 Richtung Nürnberg hielten Beamte der Kontrolleinheit Verkehrswege München des Hauptzollamts Rosenheim einen Pkw mit slowenischen Kennzeichen auf. Bei der Überprüfung der Personendaten des Fahrers staunten die Zöllner nicht schlecht, da der 59-Jährige zur Festnahme ausgeschrieben war.

"Das Außergewöhnliche an dem Fall war nicht der ausgeschriebene
Haftbefehl. Solche Fälle haben wir sehr häufig und übergeben diese dann
den Polizeien. Aber eine Festnahme aufgrund eines verfolgten
Straftatbestands, den die eigenen Kollegen der Finanzkontrolle
Schwarzarbeit ermittelt haben, das kommt nicht so häufig vor und zeigt
wie die Arbeit der verschiedenen Zollabteilungen doch gut
ineinandergreift", führte der Leiter der Kontrolleinheit München Dominik
Kohler aus.

Die Abteilung Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts
Osnabrück war es nämlich gewesen, die dem aufgegriffenen Slowenen
bereits 2014 die Straftat des "Vorenthaltens und Veruntreuens von
Arbeitsentgelt" in Höhe von rund einer halben Million Euro nachweisen
und so den nun vollstreckten Haftbefehl erwirken konnte.

Noch kurioser war jedoch, dass der Haftbefehl in drei Wochen verjährt
und dadurch aufgehoben worden wäre. Danach hätte der gesuchte Mann
vermutlich mit keinen Konsequenzen mehr zu rechnen gehabt.

So war aber der Haftbefehl sofort auszuführen, der Beschuldigte musste seine Reise beenden und umgehend in Untersuchungshaft.

Quelle: Pressemitteilung des Zolls, 29.4.2019

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